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Aufführung · 17. November 2025

Konzert in Zürich: Martha Argerich und Sophie Pacini

Martha Argerich gehört zu den größten Pianistinnen unserer Zeit, und ich höre sie besonders gern in Konzerten mit Orchester. Ihre grenzenlose Energie, ihr Temperament, ihr Anschlag und die absolute Freiheit ihrer Finger erlauben ihr, selbst die komplexesten technischen Passagen mit der Leichtigkeit einer Ballerina zu überwinden, ohne sichtbare Anstrengung.

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Die Idee des Konzertgenres liegt in einer Art Wettbewerb zwischen Orchester und Soloklavier: ungefähr fünfzig Orchestermusikerinnen und -musiker gegen eine Pianistin. Die Klangfarben sind verschieden, und auch die Rollen sind verschieden. Obwohl man von einem „Wettbewerb“ sprechen kann, vergleichen wir nicht, wer besser spielt, die Pianistin oder das Orchester, und wir hoffen auch nicht, dass eine Seite die andere übertrifft.

Anders ist die Situation, wenn zwei Pianistinnen als Duo zusammen auftreten. Hier beginnt das Publikum sofort, den Klang desselben Instruments unter den Händen zweier Interpretinnen zu vergleichen: Spielweise, Technik, Temperament, Dynamik, alles, was vergleichbar ist. Im Grunde stehen zwei Konkurrentinnen auf der Bühne, die dasselbe Instrument spielen.

Martha ist 84, Sophie ist 34. Die junge Pianistin hat alles, was man für anspruchsvolles Repertoire braucht: ausgezeichnete Ausbildung, Technik, Intellekt, Temperament und Stressresistenz. Sie hat deutsch-italienische Wurzeln und sagt, zwischen ihr und Martha bestehe völliges gegenseitiges Verständnis und ein gemeinsames musikalisches Empfinden. Dem kann man leicht zustimmen, denn Sophie hört aufmerksam zu, nimmt sofort alles auf, was Martha vorschlägt, und antwortet mit großer Professionalität.

Aber können wir wirklich sagen, dass die beiden Pianistinnen in diesem Duo gleichberechtigte Partnerinnen sind? Oder übernimmt Martha, vielleicht unbewusst, die führende Rolle? Man kann kaum überhören, dass ihre Spielweisen, ihre Klangproduktion und ihre Interpretationen unterschiedlich sind. Selbst ohne auf die Bühne zu schauen, erkennt man klar, wer welche Stimme spielt; so hörbar ist der Unterschied.

Ich freue mich aufrichtig, dass Martha in ihrem Alter weiterhin Konzerte gibt und einige der schwierigsten Klavierwerke spielt. Gleichzeitig ist es äußerst schwierig, mit einer so starken Persönlichkeit die Bühne zu teilen, mit jemandem, der selbst sehr starke Musiker durch sein brillantes Spiel überstrahlen kann, ob einen erfahrenen Pianisten wie Stephen Kovacevich oder eine junge, hochbegabte Pianistin am Anfang ihrer Karriere.