Wenn man Lehrperson an einer Schule ist oder Teil eines Orchesters, hat man Stabilität, einen Vertrag und eine klare Struktur. Doch sobald man in die freiberufliche Welt eintritt, ändern sich die Erwartungen plötzlich, als wäre dies nur ein Hobby und man sollte froh sein, kostenlos spielen zu dürfen.
Ein weiterer verbreiteter Mythos ist, dass Musiker für eine Stunde auf der Bühne enorme Summen verdienen. Die Menschen sehen einen vollen Saal und teure Eintrittskarten, denken aber selten daran, was dahintersteht: Organisation, Saalmiete, Management, Marketing, technisches Personal, Steuern. Und vor allem: Jahre von Arbeit, die niemand sieht.
Denn dieses „eine Konzert“ ist nie nur eine Stunde. Es sind Jahre der Ausbildung seit früher Kindheit, Investitionen in Bildung, Instrumente, ständiges Üben und Vorbereitung auf jede einzelne Aufführung.
Und ja, in Europa gibt es viele Amateurensembles, die wunderbar kostenlos auftreten. Aber wenn professionelle Arbeit genauso wahrgenommen wird, ist das nicht mehr normal, sondern ein Problem des Marktes.
Musik ist nicht nur Inspiration. Sie ist ein Beruf. Und wie jeder Beruf hat sie ihren Preis.