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Aufführung · 2. Juni 2026

Warum sind weniger als 23 % der Konzertpianisten Frauen?

Obwohl Konservatorien heute ungefähr gleich viele männliche und weibliche Klavierstudierende haben, etwa 50/50, sind Frauen in professionellen Konzertkarrieren weiterhin deutlich unterrepräsentiert: Weniger als 23 % der Konzertpianisten sind Frauen.

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Eine Analyse der Musikindustrie und der Medien durch künstliche Intelligenz hat ebenfalls ein interessantes Muster gezeigt: Geigerinnen und Geiger werden häufiger mit Frauen assoziiert, Pianistinnen und Pianisten dagegen häufiger mit Männern. Das spiegelt tief verwurzelte Stereotype wider, die in der klassischen Musikwelt noch immer existieren.

Es gibt weiterhin die verbreitete Vorstellung, Frauen seien körperlich schwächer, würden weniger üben oder seien weniger fähig, groß angelegte, technisch anspruchsvolle Programme und „schwere“ Konzerte zu spielen. In der Folge erhalten Männer oft mehr Möglichkeiten für Konzerte, Aufnahmen, Festivals und internationale Karrieren, während viele hochbegabte Pianistinnen übersehen werden.

Eine mögliche Lösung sind Blind Auditions, bei denen die Ausführenden anonym unter Nummern spielen und die Jury weder Namen, Alter, Nationalität noch Geschlecht kennt. Diese Praxis wurde von Orchestern bereits weit verbreitet übernommen und hat die Zahl der Frauen in Orchestern deutlich erhöht.

Leider waren bisher nur wenige Klavierwettbewerbe bereit, einen solch progressiven Schritt zu gehen.